Gemeine Partizipation: Feldkoordination

Berlin: Am 7. November werden in der Alten Zollgarage des Flughafengebäudes, erneut die Feldkoordinatoren für das Tempelhofer Feld gewählt. Das ehemalige Flugfeld und die vormalige Weide des früheren Dorfs Tempelhof soll als neue Form einer Gemeinheit (engl. common oder amerik. commons) von dafür eigens gewählten Bürgern und Bürgerinnen gemeinsam als Park resp. klimarelevante offene Freifläche entwickelt werden. Die bisherige Bürgervertretung würde sich freuen, wenn sich viele interessierte Bürger und Bürgerinnen aufmachten und am Wahlakt beteiligten, mit dem für weitere drei Jahre die Feldkoordinatoren aus der Bürgerschaft Berlins bestimmt werden. Auf dieses Beteiligungsmodell ist man in Berlin seitens Politik und Verwaltung sehr stolz, es gilt als einmalig und weltweit wegweisend. Denn wesentlich die Bürger sollen entscheiden, was aus dem Feld wird, also wie viel(e) freie Fläche, Bäume, Schafe und Gemeinschaftsgärten, Spielflächen, Bänke, WC-Häuschen oder Skaterbahnen und Sozialprojekte das Gelände braucht, um der Allgemeinheit der Berliner und ihrer Besucherinnen optimal dienen zu können.

Die Arbeit als Feldkoordinatorin ist nicht un-zeitaufwendig, fünf bis sechs Stunden pro Woche und möglichst mehr, muss so eine Feldkoordinator für die Sitzungen, deren Vorbereitungen und das Lesen der entsprechenden Unterlagen wie u.a. der Protokolle etc. schon einrechnen. Und anstrengend ist die Mitarbeit in der Feldkoordination, insofern die Gier der Bauindustrie nach neu zu bebauenden jungfräulichen Flächen seit der letzten Finanzkrise 2007 unendlich ist und der Druck, den sie auf die Politik ausübt, sich bis in die Berliner Verwaltung hinein fortsetzt. Dank geschicktem Lobbying der Bau- und der dahinter steckenden Finanzindustrie, meinem sogar einige Grüne Abgeordnete, man müsse über eine eventuelle „Randbebauung“ des Tempelhofer Feldes erneut nachdenken, statt das geldpolitisch bedingte Spekulieren mit Häusern und Wohnungen anzugehen. Und das trägt sich in die Feldkoordinatorenschaft hinein. Die dann etwa, wenn einer ihr 200 Obstbäumchen schenken will, gewissermaßen gellend aufschreit und vermutet, dass am Tag nach der Baumsetzung die Bauindustrie dieses Buddeln für ihre Zwecke nutzen könnte… Eine derartige Streiterei um Bäume, in Zeiten da wir Schatten brauchen, ist jedoch eher unfruchtbar und ungesund. Sie frisst kostbare Zeit, die für Kreativeres genutzt werden könnte. Wie z.B. wäre zu erreichen, dass eine so riesige Fläche wie ein Parkplatz für Flugzeuge aus der Nazizeit am Empfangsgebäude vom Denkmalschutz (offenbar zugunsten von Autorennen)  wieder entbunden wird? Wie wäre zu erreichen, dass soziale Arbeit, die  ohnehin meistens nur mager entlohnt wird, nicht mit reinen Gewerbebetrieben wie etwa einem E-Roller-Verleih in einen Topf gesteckt wird? Wie kann man den ausgegliederten Behördenteil namens Grün Berlin GmbH besser kontrollieren, da er als „Privatbetrieb“ mit „Geheimhaltspflicht“-Argumenten die Bürgerkontrolle ständig unterläuft? Dazu kommt die Frage, wie man das Tempelhofer Feldgesetz so auslegen kann, dass es soziale und sozialpädagogische Projekte auf dem Feld besser fördert und unterstützt. Denn das wunderbare Tempelhofer Feldgesetz krankt an einem Freizeitbegriff, der das Nachdenken über eine neue städtische Agrarkultur eher aus- denn einschließt. Selbsthilfe, Eigenarbeit und Selbstversorgung als „privates“ Agieren zu verstehen, sollte jedoch fragwürdiges Privileg der Verwaltung blieben. Bürgerengagement sollte wissen, dass die Subsistenzarbeit der Ärmsten und kreativer Prekärer nur dann erfolgreich ist und sein kann, wenn sie in Form von kooperativem Handeln erfolgt, das die (All-)Gemeinheit anregt und einschließt, hin sozusagen zu einer „Stadt der Commonisten“, wie ein Buch der Anstiftung München betitelt ist. Wir brauchen in Berlin keinen „Central Park“, sondern in der Tat ein offenes Feld, das – indem es auch für alle Arten gemeinwohlorientierte Bürger-Projekte offen ist – sich den Klimawandelfragen optimal stellt. Das „Haus 104“ als Haus der Eigenarbeit, Umweltbildung und Kommunikation, geschaffen von und in den Händen der Feldkoordinator*innen, ist diesbezüglich ein guter Anfang.

Darüber hinaus ist es Arbeit genug, den Politikern klarzumachen, dass die gerne besprochene „sozialverträgliche“ „Randbebauung“ alle Bürgerprojekte auf dem Feld und ihre gesamte zumindest tausend-stündige ehrenamtliche Arbeit zu Makulatur werden lassen würde: alle neugepflanzten Bäume würden fallen, kein Allmende-Garten bliebe, kein „Stadtacker“ und auch kein Schillerkiezgarten…

weiterlesen:

Andrea Baier, Christa Müller, Karin Werner, Stadt der Commonisten – Neue Räume des Do it yourself, Bielefeld: Transcript 2015

Neues Gärtnern belebt das Land

Das neue Gärtnern, urban Gardening oder interkulturelles Gärtnern genannt, gibt es jetzt auch auf dem Land. Zumindest in der Dübener Heide, z.B. am aufgebenen Bahnhof von Bad Düben. Jede Woche am Mittwoch trifft sich die Gruppe des Gemeinschaftsgartens am Wasserturm hinter dem Bahnhof und zu tun gibt es immer genug. Nachdem im Sommer es ständig ums Gießen ging, ist man – genauer gesagt: hauptsächlich „frau“ – nun froh, eine gute Bohnen-, Kartoffel- und Kürbisernte erzielt zu haben. Am Ende dieser Gartentag wird fast immer gemeinsam gekocht und geschmaust. Kurzum: das gemeinschaftliche Gärtnern bestärkt als Variante einer geselligen gegenseitigen Umweltbildung zugleich die Idee von Ernährungsouveränität und Selbstversorgung und würdigt so gerade auch und besonders die Gärtner*innen auf dem Land. Dazu wird immer wieder auch die interessierte Allgemeinheit eingeladen. In Bad Düben bereitet die Gruppe jetzt – nachdem man ein wunderschönes Sommerfest hinter sich gebracht hat – zum 19. Oktober einen Workshop zum Wassersparen und Brunnenbau vor. Übrigens: dazu kann jeder kommen, den das Thema interessiert, Details auf der Website: https://naturpark-duebener-heide.de/gardening/ Ansonsten hilft die Gartengruppe, wenn es denn wirklich auch mal regnet, der Bahnhofsgenossenschaft Bad Düben, mit der der Garten eng zusammenarbeitet, beim Vorbereiten des Gebäudes für ein am 11./12. Oktober stattfindenes kleines Musikfestival. Auch dazu sind alle eingeladen, Eintritt frei. – Wie es zu den beiden Gemeinschaftsgärten in der Dübener Heide kam, das steht hier: https://naturpark-duebener-heide.de/wp-content/uploads/2019/09/Meyer-Renschhausen-E.-2019-Gemeinschaftsg%C3%A4rten-im-l%C3%A4ndlichen-Raum-und-ihre-Gelingensbedingungen-D%C3%BCbener-Heide-1.pdf

Klimastreik für Klimagerechtigkeit

„Smash Patriachy not the Climate“, „Auch wir Alten wollen die Welt erhalten“, „Verkehrswende jetzt – Esel für alle“, „Fischers Fritze Frisst Plastik“, „Ändert die Wirtschaft nicht das Klima“, „Die Erde ist stinksauer!“ Auf dem Berliner Klimastreik mit über 80.000 Menschen fehlte es nicht an phantasievollen Transparenten aller Art, 90 % davon von Schülerinnen und Schülern selbst ausgedacht und gemalt. Eine weltweite beeindruckende Demonstration, die zeigt, dass die Mehrheit – zumal die weibliche – anders denkt, als die gewählten Politiker meinen. Jene Politiker, die aus Angst vor der nächsten Wirtschaftskrise gegenüber den Konzern- und Finanzinteressen ständig kuschen. Und damit das Klima stören, indem sie so die arbeitsintensive biologische Klein-Landwirtschaft, das lokale Handwerk, die kleinen Betriebe besonders auf dem Lande – die in Wirklichkeit die meisten Arbeitsplätze stellen – systematisch benachteiligen. Mit anderen Worten: Perspektiven, Handlungsmöglichkeiten, Gesundheit und das generelle Wohlergehen ihres Wahlvolks riskieren. Besonders jenes der Menschen im Globalen Süden, die direkt oder indirekt so zu Klimaflüchtlingen werden. Jedoch werden alle, betonten die Ärzte auf der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor, in Folge des Klimawandels vermehrt krank. Denn Gier, Wachstumsglaube und in Folge vermehrter Klimawandel setzt nicht nur die Erde in Brand, er bringt neben Umwelt und Tieren auch die Menschen körperlich wie seelisch aus dem Lot. Heute arbeiten hierzulande bereits mehr Menschen im Gesundheitswesen als in der Großindustrie…

Das Tempelhofer Feld als Gemeinheit

Fünf Jahre erfolgreicher Volksentscheid Tempelhofer Feld! Die große Freifläche bleibt den Berlinerinnen und Berlinern erhalten zu Erholung, Sport und Spiel und das gemeinsame Gärtnern. Wieso? Dank dem entschiedenen Bürgerengagement, das am 24. Mai 2014 den entsprechenden Volksentscheid durchsetzte. Staatssekretär Tidow von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Klima betont in seiner Keynote bei der Feier am neuen Bürgerhaus „Haus 104“, dass während dieser Koalition sicher keine grüne Fläche bebaut werden wird!

 

Aber den Bürgern ist das Misstrauen schwer auszutreiben, müssen sie doch gerade an diesem Wochenende erleben, dass die – aus Sicht des Denkmalschutzes offenbar – heilige Vorfläche vor dem Flughafengebäude für Autorennen sehr wohl benutzt werden darf, während die Tempelhomes der Flüchtlinge oder auch der Kinderzirkus davon nocht nicht einmal eine Ecke in Anspruchnehmen  durften. Und gab es da nicht auch gerade erst vor wenigen Wochen erneut den Versuch von entsprechenden Kreisen, den Volksentscheid von 2014 wieder in Frage zu stellen? Und das Feld bebauen zu wollen, statt endlich einmal den skandalösen Leerstand z.B. des Flughafengebäudes anzugehen?

„Eine Gemeinheit – also ein Ärgernis – war und ist das Tempelhofer Feld für alle, die dort lieber bauen wollen, anstatt die Freifläche in der jetzigen Form zu erhalten.“ kündigte die Stiftung Naturschutz ganz lustig eine entsprechende Radtour im Rahmen ihres „Langen Tags der Stadtnatur“ an.

Also, was ist eigentlich eine „Gemeinheit“, die im heutigen Sprachgebrauch eine so merkwürdig negative Bedeutung hat? Eine Gemeinheit ist das, was der Allgemeinheit gehört, ein ähnlich altmodisches Wort wie Allmende, common, commons oder el ejido. Während der Privatisierung der Allmenden während der Preußischen Reformen ab 1813 ( in England geschah das schon viel eher) verschwand mit dem sozialen „Institut“ der Gemeinheit  zunehmend auch der alte Wortsinn.

Der Name des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld hat sozusagen Geschichte gemacht. Was Allmenden sind, wissen wir jetzt wieder. Allmenden sind genossenschaftlich verwaltete Gemeinheiten. (Bisher sagte man oft auch „Gemeingüter“, aber der Begriff ist unscharf, es geht ja hier um etwas, was sicher nicht verkauft werden kann.)

Allmende-Gärten in öffentlichen Parks sind seit der großen grünen Freifläche Tempelhofer Feld eine neue Selbstverständlichkeit. Aber noch immer sind am Südrand des Tempelhofer Feldes die wilden Gärten der Bahnlandwirtschaft „Neuköllner Berg“ oder jene der zweiten Kleingartenkolonie am Tempelhofer Damm gefährdet. Seitdem die Bundesregierung die 1995 Bahn privatisiert hat, gilt das Land, auf dem Bahnlandwirtschaften liegen als Privatland. Die Bahn verlangt von den Kolonien sogar, dass sie ihre Tore verschlossen halten sollen, obschon das Berliner Kleingartengesetz festlegt, dass Koloniegärten Spaziergängern immer offen zu stehen haben…

Die Privatisierung von Bahn, Post und der Bildung war eine große Enteignung der Allgemeinheit. Das Sprechen vom Tempelhofer Feld als einer Gemeinheit machen uns diese Form des Landgrabbings auf Kosten der Allgemeinheit zugunsten von ein paar – sagen wir es deutlich – Gierpötten in den Top-Etagen von Banken, Bahn und anderen Dax-Unternehmen bewusst. Eine Politik der Prävention des Klimawandels, des Natur- und Umweltschutzes ist mit solchen Herrschaften sicher nicht zu machen. Sie gehören samt ihrer Fürsprecher in den Regierungsparteien abgewählt.

mehr hier: Elisabeth Meyer-Renschhausen / Klaus Prätor, Landgrabbing, Allmendaufhebung  und „Reclaim the Commons“, in: Berliner Debatte Initial, 30. Jg. 2019, S.81-93  ( ISSN 0863-4564)

Die neue Bodenfrage: Grünflächen ?!

Um den Klimawandel zu dämpfen, müssen in den Städten Grünflächen, Gärten, Wald und Parks grundsätzlich erhalten bleiben. In Berlin hat die jetzige Regierung sich eine entsprechende Verpflichtung in den Koalitionsvertrag geschrieben. Kein Kleingarten oder Park soll einem Bauvorhaben geopfert werden. Angesichts des Dürrejahrs 2018 mit seinen vielen Waldbränden und unerträglicher, ist das nur konsequent. Nur eine weltweite Wiederbewaldung und eine Politik des konsequenten Naturbodenerhalts kann den Klimawandel noch so verlangsamen, dass auch die nächsten Generationen auf diesem Planeten werden leben können. Es darf kein Boden mehr versiegelt werden, vielmehr müssen nicht mehr benötigte Fläche von den Investoren, Grundstückinhabern und Fabriken selbst wieder entsiegelt werden, um bewaldet, beackert oder beweidet werden zu können.

Die derzeitige Debatte in Berlin um die Wohnungsnot, wofür es angeblich nötig wäre, diese Koalitionsvereinbarung aufzuheben, geht an den Realitäten vorbei. Der Wohnungsnotstand ist ein Erfolg der internationalen Finanzpolitik. Das viel zu viele virtuelle Geld, dass sich in immer größerer Schieflage bei einigen Wenigen ansiedelt, sucht nach Anlagemöglichkeiten. Erst wenn dieses Buchgeld zu „real estates“ – wie es im Englischen so hübsch heißt, auf deutsch könnte man frei übersetzten in „Reales“ – verwandelt ist, ist es vor der nächsten Krise gerettet. Infolge der Finanzpolitik stehen auch überall Wohnungen leer, weil die begüterten Bürger aus Krisenländern wie verängstige Südeuropäer Wohnungen kaufen, um sich vor dem nächsten Finanzcrash zu bewahren. In Berlin und anderen Großstädten wurden zudem massenweise Wohnhäuser in Hotels oder Hotels verwandelt. Und last but not least gehen die Investoren den gewaltigen Leerstand, den wir in der Stadt und allen Städten haben nicht an, sondern wollen unbedingt neu bauen, statt umzubauen. Beispielsweise wäre da in Berlin das leerstehende Flughafengebäude auf dem Tempelhofer Feld. Es steht größtenteils leer. Teile davon sind durchaus geeignet relativ rasch in Wohnungen umgewandelt werden zu können. Die südseitige Fläche, wo die Flugzeuge früher parkten, wäre gut geeignet, dort Container für Flüchtlinge aufzustellen, statt auf die Rasenfläche, wo sie zum großen Leidwesen der betroffenen Geflüchteten nach kurzer Zeit wieder abgebaut werden müssen. Eine derartige langweilige Fläche unter Denkmalschutz zu stellen ist, inhuman.

Bebauen müssen wir die versiegelten Flächen, all´ die vielen nie ausgelasteten Parkplätze und Parkhochhäuser, die leer stehenden Bürogebäude überall, nicht jedoch offene Grünflächen. Es ist im übrigen gerade das Neubauen, was die Preise für Wohnungen in unbezahlbare Höhen treibt! Stattdessen ist angesagt, Fehlinvestitionen umzubauen, wie z.B. das ewig leerstehende Parkhaus auf dem Gleisdreieck. Fünf mal so groß wie die anvisierten Flächen für Interkulturelle Gärten stand es ewig leer. Die Bürgerinitaitive AG Gleisdreieck hatte das vorausgesehen. Jetzt wird es endlich zu einem Wohngebäude umgebaut, was man gut auch vor über zehn Jahren schon hätte machen können. Aber immerhin, endlich bebauen wir hier die Parkplätze und nicht die Parks!  Ähnlich könnte man in der ganzen Stadt Wohnungen schaffen und den Gebäudeleerstand angehen.

diese Zusammenhänge habe ich ausführlicher erläutert u.a. hier:

http://www.taz.de/Debatte-Wohnungsnot/!5276783/

 

Stadtgrün und Bodenfragen

Die Presse ist neutral. Wenigstens meistens. Nicht aber, wenn es um Besitz- und Bodenfragen geht. Der Grundgesetzparagraph, demzufolge Eigentum verpflichtet, ist vergessen. Das Magazin „Focus“ fragte kürzlich die Leser, was sie von Tübingens Bürgermeister Boris Palmers Idee hielten, die leerstehenden Grundstücke Tübingens einzuziehen: habe er damit völlig unrecht oder nur übertrieben, war die Frage. Die Option für die Leserinnen, ihr Kreuzchen bei, „damit hat er völlig recht“ machen zu können, die war nicht dabei. Was hatte Bürgermeister Boris Palmer verbrochen? Er hatte alle Besitzer von langjährig unbebauten Grundstücken angeschrieben und gefragt, was sie mit ihrem Grundstück vorhätten. Falls sie es im nächsten Jahr nicht zu bebauen vorhätten, wolle die Stadt es bebauen lassen. Zu diesem Zweck bot er an, das jeweilige Grundstück zum Verkehrswert zu kaufen. Eine sehr vernünftige Idee, der wahrscheinlich 95% aller Stadtbewohner zustimmen würden.

Besonders jene, die sich über ein jahrzehntelang nicht bebautes Grundstück in ihrer Ecke wundern. Wie z.B. mitten in Berlin an der Potsdamer Straße, Ecke Alvensleben. Es verbirgt sich hinter einem hässlichen Zaun. Die wild darauf wachsenden Birken werden alle Jahre abgesägt und zeigen so an, dass es einen Besitzer gibt, der auf Kosten der Allgemeinheit mit seinem Grundstück spekuliert. Das Grundstück ist seit dem Kriegsende leer.  In New York wäre hier wohl längst zumindest ein Nachbarschaftsgarten entstanden, für die Alten im Kiez, denen man eine Bank unter Bäumen gönnen kann. Hier aber passiert seit Jahren: nichts. So bleibt uns das traurige in die Brandwand des Nachbarhauses eingravierte Portrait von Hans-Jürgen Rattey erhalten. Er wurde Opfer eines martialischen Einsatzes der Polizei gegen eine Hausbesetzer-Demonstration Anfang der 1980er Jahre. Dem Engagement der Jugend damals verdanken wir den behutsamen Stadtumbau, die Altbauten erhielt, eine viel Klimafreundlicher Umgangsweise mit Gebäuden und grüne Hinterhöfe einführte.

Den Mut von Bürgermeister Palmer hat die Politik in Berlin noch nicht an den Tag gelegt. Stattdessen wechseln  weiter Wohnungen und ganze Häuser und Wohnanlagen ihre Besitzer und die Preise steigen in exorbitanteHöhen, mit der die durchschnittlichen Löhne und Gehälter nicht im Entferntesten mitwachsen können. Die Hälfte der Wohnungsverkäufe gehen durch „Share Deals“ an den Behörden vorbei… Die Spekulanten sparen sich so die Grunderwerbssteuer und können das Vorkaufsrecht der langjährig in den Wohnungen wohnenden aushebeln. Dass es auch anders geht, zeigte an diesem Wochenende die Berliner Tageszeitung (die) taz, die den Idealisten und Hausbesitzer Gerhard Oschmann würdigte, der bis heute nur 3 €uro pro Quadratmeter nimmt. Hoffentlich bieten ihm seine Mitbewohner rechtzeitig an, im gegenzug die Repapraturen selbst übernehmen zu wollen, ev. sogar genossenschaftlich?

Immerhin setzt sich die derzeitig  rot-rot-grüne Regierung für eine Grüncharta ein. Man möchte das vorhandene Grün in der Stadt dauerhaft sichern. Berlin besticht seit bereits über 100 Jahren durch seinen Dauerwaldvertrag. Damals wollte man die Wälder zugunsten der Grundwasserqualität erhalten. Aber auch an den großen Erholungswert der Stadtwälder war damals mitgedacht. Sie bilden bis heute eine unverzichtbare grüne Lunge der Stadt und beherbergen neben zahlreichem Wildleben auch Waldschulen, Badeseen und Jugendsommerlager.

Heute will die Politik dieses Grün zusammen mit den öffentlichen Parks einschließlich der entsprechenden Kleingartenanlagen durch eine Art neuen Dauerwaldvertrag resp. nunmehr Dauergrünvertrag endgültig sichern. Eine große Stadt braucht grüne Parks für Erholung, Spiel und informellen Sport. Auch die allermeisten Kleingartenanlagen, glücklicherweise ohnehin oft am Rande von Parks gelegen, stehen dem Publikum für Spaziergänge offen, vergrößern den Grüne-Lunge-Effekt der Parks. Sie tragen im Übrigen viel mehr noch als die Parks zur Biodiversität bei.  Dazu kommen die Gemeinschaftsgärten Berlins, die – wie unter anderem das Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld – laut Internet zu den Top Ten gehören, die für Berlin-Besucher sozusagen absolut verpflichtend sind. Sie gehören daher als Schwerpunkt einer zeitgemäßen Klima- und Erwachsenenbildung ins Zentrum eines jeglichen Grüncharta-Prozesses. Hier wäre eine aktivere Förderung sinnvoll, weil sie lebenslanges Klimalernen mit sozialer Integration verbinden, Ernährungsreflexion mit einem Guten Leben im Grünen.

 

Essbare Stadt: Klein- zu Waldgärten?

Charlottenburg, bis 1920 selbständige Stadt am Rande Berlins, wird essbare Stadt! Genauer gesagt: es wird ein essbarer Bezirk. Und das auch nicht gerade als der allererste in Berlin, da gab es ganz andere als Vorreiter wie etwa Friedrichshain-Kreuzberg.

Wie auch immer: Zur Feier der erfreulichen Neuerung war die Auftakts-Veranstaltung im  großen Saal des Charlottenburger Rathauses bis auf den letzten Platz besetzt. Die Leute lauschten mit steigender Aufmerksamkeit den engagierten Bürgern, die an verschiedenen Ecken der großen Kommune Charlottenburg-Wilmersdorf es schon einmal ausprobiert haben. Die einen haben am Lietzensee ein kleines Bürgerhaus mit Café und vorbildlich bepflanzten Äckerchen eingerichtet. Und andere, wie etwa die Kleingartenkolonie „Am Stadtpark 1“ (heute Volkspark Wilmersdorf) haben die Parzelle am Vereinshaus für alle zugänglich gemacht und eine weitere für eine Kita und eine Schule geöffnet, die die nun mit steigender Begeisterung bepflanzt haben.

Am besten hat mir der Kleingartenverein Habsburg von der Gaußstraße gefallen, der sich einem geheimnisvollen „OFA“-Projekt verschrieben hat. OFA, das heißt, „Obst für alle“.  Es geht darum, einige Parzellen der kleinen Kolonie samt Allee in vorbildlich essbare Waldgärten zu verwandeln. Was ist ein Waldgarten? Ein Garten mit Bäumen, mit hohen Bäumen, die also Schatten spenden und das doch so in einer lichten Art und Weise tun, dass darunter – so wie im mehrstöckigen tropischen Urwald, wo die Kaffebüsche am besten unter den Kohlbäumen gedeihen – auch noch andere Sträucher und Pflanzen wachsen können. Neben mir raschelte ein älterer Herr mit seinen maschinengetippen Seiten und fügte hier und dort noch ein Wörtlein in sein ausformuliertes Manusskript ein. Um dann, als er endlich dran war, es – ohne auch nur einmal auf sein Manuskript zu schauen – überzeugend ins Publikum zu schmettern: „OFA“ macht zwar tüchtig viel Arbeit, sagte Dr. Krüger uns, aber vor allem noch viel mehr Spaß!  Obst für alle: Es ist einfach überzeugend, den Menschen zeigen zu können, wie die Pflanzengemeinschaften von essbaren Waldgärten für kühlere Luft und dennoch reiche Ernte sorgen können. Auf lange Sicht macht so eine Waldgartenabteilung im eigenen Garten weniger Arbeit als die ewig austrocknenden Sonnenbeete. Und die in den Städten zunehmend diskriminierten Hochstamm-Obstbäume hätten hier auch wieder eine Chance.

Am Langen Tag der Stadtnatur, am 25.5.2019, wird zwischen 15.00 bis 18.00 das Ganze an Ort und Stelle übrigens noch einmal genauer erklärt.

 

Schafe auf dem Tempelhofer Feld

Die Berliner sind begeistert von den Schafen auf dem Tempelhofer Feld. Sie kamen an einem Sonntag am frühen Nachmittag für eine Woche nach Berlin. Die armen Schafe kamen über so viel Entzücken über ihre pure Anwesenheit kaum zum Fressen, denn die Berlinerinnen folgten ihnen beglückt auf Schritt und Tritt.- „Wo ist Achmed?“ hörte ich im verbuschten Wildwuchs des „Alten Hafens“. „Der sucht die Schafe.“ – Denn die Herde hatte auf der Weite des Tempelhofer Feldes schnell verkrümelt. Die Schafe bleiben zunächst ängstlich zusammen. Wenn doch einmal eines ausbrach, weil es einen noch fast grünen Grashalm erspäht hatte, jagte der schwarze Schäferhund Karl  es pflichtbewusst  wieder zu den anderen… Zunächst  mussten die vielen Schafsbegeisterten Berlinerinnen baldeine ganze Stunde warten, bis die Brandenburger Schäferei endlich ankam. (Unterwegs war einer der Transporter kaputtgegangen, ein Teil der Schafe blieb sozusagen auf halber Strecke liegen.) Kaum angekommen rumorte es in dem bisher stillen LKW. Die Schafe hatten offenbar das Gras des Tempelhofer Feldes gerochen und machen „Mäh!“. Das machen die Schafe immer dann, wenn sie auf eine Veränderung drängen: jetzt wollten sie raus. Aber nun hatte der lang gewachsene Brandenburger Schäfer Knut Kucznik Bedenken, denn seinen tapferen 100 Schafe standen zumindest 1000 Berlinerinnen und Berlinern samt Kindern, Buggys, Fahrrädern und Dackeln entgegen, die allesamt die Ankunft der Schafe fiebrig erwarteten. Da baute er mit seinen Helfern dann lieber erst einmal ein Gatter, damit die armen Schafe sich nicht in der Menge sozusagen gleich verlören. Und auch der junge Lehrling unter den zwei Schäfer-Hunden fand so viele Menschen um ihn herum ziemlich beängstigend.Erbekam Dünnschiß.

Aber dann öffnete sich die Klappe: Das erste Schaf auf der Rampe guckte etwas verdutzt: sooo viele Leute auf einen Haufen hatte es eigentlich noch nie gesehen. Aber seine Begleiterin und die anderen drängten raus und so blieb auch dem bedächtigen Oberschaf  nichts anderes über, als tapfer auf diese so grässlich vielen Berliner zuzurennen. Zum Glück war da der Chef, Schäfer Knut Kucznik und der hielt eine Rede: er wolle den Berliner für eine Woche zeigen, wie das Schafe hüten geht. Und so eine bekannte Stimme hört man als Schaf doch immer gern. Dann sprach der Organisator des Ganzen: Niels Rickert vom Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor mit ähnlich ländlich-vertrautklingendem Küsten-Tonfall. Niels Rickert dankte allen Beteiligten, wie vor allem dem Verband der Berufs-Schäfer, den Sponsoren und Behörden, der Grün Berlin GmbH und dem Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor. Danach hielt Klaus Prätor, Betreiber eines „Arkadien“-Blogs zu den Themen Hirtenwesen und Allmenden,eine erhellende Fest-Rede. Es war zu erfahren, dass das Zusammenleben von Schaf und Mensch am Anfang der menschlichen Kultur stand und über 10.000 Jahre praktiziert wird.Das westeuropäische Alphabet entstand in Kreta vor etwa 3000 -35000 Jahren und zwar einzig und allein,um das Zählen und Erzählen der resp. über die kostbaren Schafe zu ermöglichen. Klaus Prätor erinnerte daran, dass bei einer Umfrage in den 1990er Jahren die Berliner nichts sehnlicher gewünscht hätten, als die Wiederkehr der Schafe zurück aufs Tempelhofer Feld. Und er machte darauf aufmerksam, dass die momentanen Finanz-, Privatisierungs- und Einzäunungspolitik dabei ist, der uralten Kulturform der Wanderschäferei wie des Hirtenwesens generell ein endgültiges Ende zu bereiten… Dass die Berlinerinnen und Berliner mit dieser Politik nicht einverstanden sind, das war heute deutlich zu erfahren. Sogar die angeleinten Hunde schwiegen beeindruckt. Nur ein großer Schäferhund einer mediterran wirkenden Familie konnte nicht an sich halten, er jaulte herzzerreißend. Es klang wie: „Ach, wie gern wäre auch ich ein echter Schäferhund geworden!“

Nachdem die Schafe aus dem Gatter raus durften retteten sie sich aus freie Feld. Womit sie nicht gerechnet hatten: diese Berliner folgten ihnen von nun an auf Schritt und Tritt. Wie soll man da bloß zu geruhsamem Grasen kommen?

Es bestand die Einladung allabendlich zum Schäfchenzählen beim Zusammentreiben der Herde zu ihrer Schlafstatt rings um das Haus 104 zu helfen. Mit der Chance, Schäfer Knut Kucznik beim Spinnen vom Schäferlatein lauschen zu können. Gleich am ersten Tag wären drei Schafe fast ausgebrochen, erzählte er einmal. Die wollten abhauen! Aber dann hätte ein beherzter Berliner sich in voller Länge ins Eingangstor gelegt und die Ausreißer konnten gestoppt und  zur Herde zurück geführt werden…

Die Schafe regten an: zum Spinnen von Zukunftsvisionen. Seine Frau erzählte mir Hussein auf der Parkbank würde ihren Joghurt viel lieber von frischer Schafsmilch als aus Supermarkts-Milch machen. – Am Ende der Woche hatten Schafe und Berliner sich gut einander gewöhnt, die Schafe grasten friedlich inmitten der sie beglückt bestaunenden Berlinerinnen samt Kinderscharen. Man fragt sich wieso eigentlich es in Berlin keinen Wanderschäfer gibt wie in etwa in Nürnberg, Turin oder Paris? Wo übrigens die Schafe im Sommer durchaus über die Straßen von einer Fläche zur anderen getrieben werden.

Weiterlesen: https://arkadienblog.org/category/allmenden/

https://www.tempelhoferfeld.info/

 

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Agrarwende zum Erntedankfest

Grünschwarze Bandnudeln aus Algen, salzige Schokolade mit 98%igen Kakao-Anteil, Köche, die auch das Grüne der Karotte mitkochen, Fischer, die den Beifang verwerten und Fleischer mit ausschließlich handwerklich verarbeiteter Wurst, das war das „Stadt – Land – Food“-Festival rings um die Markthalle Neun in Kreuzberg. Dazu kamen z.B. auf einem der vielen Podien junge Bäuerinnen und Gärtnerinnen aus den Philippinen, Kenia und die Oderbruch, die berichteten, wie sie selbst den Weg zurück in den Landbau fanden. Jane berichtete beispielsweise aus Kenia wie und warum sie mit Freunden einen Biogarten betreibt und Saatguttausch-Treffen organisiert. Der von den Rettern der Markthalle 9 ausgerichtete zweitätige Austausch-Markt „Stadt – Land – Food“ war ein inspirierendes Treffen von Hunderten von Essensaktivsten und Kreativunternehmern aus sprichwörtlich Nah und Fern. Natürlich überwogen unter den Marktstandbetreibern jene aus der näheren Gegend – manche von ihnen sind an bestimmten Tagen sogar auch sonst in der Markthalle Neun zu finden. Zum ersten Mal stand „Stadt –Land – Food“ unter der Schirmherrschaft eines Senators, dem Senator für Verbraucherschutz, Dr. Dirk Behrendt, der in Zusammenarbeit mit dem Berliner Ernährungsrat eine Ernährungsstrategie für Berlin auf den Weg bringen möchte. Gerade die Woche zuvor hatte der Berliner Ernährungsrat erfolgreich die „Regio-Woche“ durchgeführt: hier war mit Hilfe von zahlreichen Berliner Akteuren und Brandenburger Biohöfen und anderen Gruppen 170.000 Biomahlzeiten an den Berliner Schulen ausgegeben worden und zwar nahezu ausschließlich aus der Region. Nun muss nur noch die Brandenburger Landwirtschafts-Politik mit ins Boot geholt werden, die hinsichtlich der Förderung der arbeitsintensiven Biolandwirtschaft in den letzten Jahren – gelinde ausgedrückt – versagt hat. Aber auch die Berliner könnten sich besser um ihre landwirtschaftlichen Flächen kümmern, sind doch bisher manche Biohöfe im Stadtgebiet buchstäblich abgesoffen, weil die Bezirke beispielsweise die Gräben nichtmehr gepflegt haben. Heute muss jeder Quadratmeter kultivierbaren Landesfür eine Klima- und Zukunftsverträgliche Landwirtschaft bewahrt werden.
Nur die kleineren und handwerklichen Betriebe, ob auf dem Acker oder in der Werkstatt, stellen die Beschäftigungs-Möglichkeiten resp. Arbeitsplätze, die vergleichsweise krisenfest die Grundbedürfnisse der Städter auf die Dauer befriedigen können, betont der Rinderhalter David Peacock von der Müritzer Seenplatte. Oder um es mit dem Landwirt Rudolf Bühler aus Wolpertshausen zu sagen: „Es gibt uns Bauern Mut, dass sich mitten in Berlin in der Markthalle Neun, ein Nukleus fur die Good Food Bewegung entwickelt. Hier entstehen die wichtigen gesellschaftlichen Bewegungen für eine bessere und lebenswerte Zukunft, für den korrekten Umgang mit den natürlichen Ressourcen, mit unserer endlichen Welt.“ Das lustigere Leben bietet der klimaverträgliche Landbau allemal, das zeigte am gleichen Wochenende das Erntedankfest im Berliner Gemeinschaftsgarten Rosenduft, wo fröhlich geschnattert, gespeist und gesungen wurde. https://stadtlandfood.com/

Liebe geht durch den Magen: Bauern fördern!

Es war ein Fest: All´ die Engagierten aus allen Teilen der Republik und aus lange verstrichenen Konferenzen und Zusammenhängen wieder zu sehen – in alter Frische und mit immer noch ungebremstem Engagement. Junge und alte vielfältig Aktive hatten die lustigsten Sprüche erfunden und Schilder gemalt, die sie nun tapfer in die Luft hielten: wie etwa „Liebe geht durch den Magen“ oder „Bauer sucht Biene“ oder giftiger: „Weil Du bist, was Du isst: Fresst doch selbst Euren Mist!“ Es gab auch mehr ernsthafte Forderungen auf den Transparenten wie etwa „Gerechte Preise für Milcherzeugnisse“, „Wer TTIP sät, wird Tierfabriken ernten“ oder mehr auf die Not der Landwirte im globalen Süden orientiert: „KleinbäuerInnen fördern – Landraub stoppen!“ oder „Rechte von Bauern und Bäuerinnen stärken – für eine UN-Kleinbauernerklärung!“ Die wunderbaren Gartenaktivisten kamen mit einem so großen Banner, mit dem sie forderten, die mit so viel Engagement und Liebe begärtnerten Freiräume zu erhalten, dass es schier unfotografierbar war. Besonderen Jubel erzielten die Klima-Aktivisten von „Ende Gelände“ als sie von einem Rohbau ganz in der Nähe des Wirtschaftsministeriums ein riesenhaftes Transparent mit der einleuchtenden Forderung „Grünkohl statt Braunkohle“ herunter lassen konnten. – Nach der Demo gab es zum „Supp´n Talk“ wie schon in den Jahren vorher einen fast vierstündigen Maraton mit der jeweils 5-minütigen Vorstellung einiger der besten Projekte aus der Bundesrepublik Deutschland und ganz Europa. Besonders begeisterte der Bericht aus Frankreich, wo man auf dem besten Wege ist, die Ackergifte der konventionelIen Landwirtschaft ganz zu verbieten. Ebenso erfreute die Nachricht, dass auf Grund des internationalen Engagments der externe Landaufkauf resp. das Landgrabbing in manchen Ländern des Südens vorerst beendet werden konnte. Junge Aktive von La via Campesina u.a. traten für die Rechte der Kleinbäuerinnen des Südens ein und vertraten die Idee, diesen Begriff als quasi eine Art „Kampfbegriff“ beizubehalten. Auch der Report der „AG Kleinstlandwirtschaft“ mit ihren Konferenzen, Büchern und Gemeinschaftsgärten stießen auf ein erstaunliches Interesse und viel Zuspruch… (hier der Beitrag als pdf.)