Sommercamp der Gemeinschaftsgärten

Die Interkulturellen Gemeinschaftsgärten trafen sich zu ihrem alljährlichen Vernetzungstreffen resp. Sommercamp diesmal im Garten Neuland in Köln. Am ersten September-Wochenende führte bei schönstem Wetter interessante Spaziergänge, Radtouren oder auch solche mit der Straßenbahn zu den verschiedenen Gartenprojekten der Millionenstadt am Rhein. Die Stadt Köln unterstützt die Gärten im Rahmen der Idee „essbare Stadt“ und die Kölner Gemeinschafts-Gärten waren maßgeblich daran beteiligt, den Kölner Ernährungsrat mitzugründen.
mehr siehe hier http://www.neuland-koeln.de/ und hier: https://anstiftung.de/

Bodenfragen? Humusrevolution!

Unsere Landwirtschaftspolitik ist bodenlos. Von Herren bestimmt und Ökonomie-fixiert – die ersten Frauenrechtlerinnen von 1900 wie Helene Lange hätten gesagt: „einseitig männlich.“ Dem widerspricht nicht, dass sich die Kanzlerin sich von der großen Industrie mal wieder rumkriegen ließ. Und der Zustimmung zum Ackergift Glyphosat entgegen der Koalitionsvereinbarungen und dem Votum der Umweltministerin Hendricks offenbar mitzuverantworten hat… – Es war Anfang der 1990er Jahre, als der Fortschrittskritiker Ivan Illich und der Freiburger Germanist Uwe Pörksen zusammen mit der alten Nonne Mother Jerome von Regina Laudris die „Bodenlosigkeit“ unseres Umgangs mit unseren Mutterböden thematisierten. Es war eine wunderbare Konferenz in einem nordostamerikanischem Kloster. Die Benediktinerinnen bewirteten uns ausschließlich mit Lokalem wie etwa selbstgemachtem Käse. Das Kloster war zeitweilig Zufluchtsort erledigter Hippies, die mal eine Auszeit brauchten.

Ergebnis war: Die Landwirtschaftspolitik der jüngsten Zeit zerstört die Erde mitsamt dem Klima. Sie ist für die Menschheit nicht länger tragbar. Die Agrarindustrie zerstört die zarte Humushaut, die den Globus umgibt und Garant für die Fruchtbarkeit unserer Erde ist. Die Zwangsfütterung der Menschen mit Fleisch aus Massentierhaltung verschlingt die Hälfte der weltweiten Getreideerzeugung. Die Produktion sogenannter Bio-Energie vertilgt Wälder, verbraucht die Äcker und zerstört die Subistenzwirtschaften der Indonesier. Mais- oder Palm-Monokulturen zerstören die Biodiversität, so dass künftige Agrarkultur fraglich wird. Vor allem aber zerstört eine maschinenbestimmte Bodennutzung die Wasserkreisläufe. Böden ohne Wälder oder buschige Feldraine an kanalisierten Flüssen können kaum noch Regenwasser aufnehmen und verdunsten. Die dadurch fehlenden kleinen Wasserkreisläufe lassen die Gletscher schmelzen und heben die Meeresspiegel.

Um diese Fehlentwicklung zu beenden, hat sich ein Teil der Menschheit aufgemacht, die Ruder herumzureißen. Die Aktivisten gärtnern in Städten, gründen solidarische Landwirtschaften oder bilden Bodenfonds, um Junglandwirten einen Einstieg zu ermöglichen. Andere entwickeln ausgeklügelte Systeme von Weidewirtschaften, wo nach nacheinander Kühe, Hühner und etwa Schweine auf einem Landstück grasen und dieses so anschließend einen sehr guten Ackerboden abgibt. In Südamerika blickt man mit Respekt auf die mehrgeschossigen Waldgärten, die dortige Indigene Tausende von Jahren mit Erfolg betrieben haben…

Das Buch „Die Humusrevolution“ stellt in Form von Reisbeschreibungen alternative Ansätze vor, den Boden wieder aufzubauen. Initiativen wie Incredible Edible von Todmorden zeigen, wie eine ganze Stadt erfolgreich mit Gemüse bestellt werden kann. Kleinstädte wie Andernach können mithilfe von Arbeitslosen zu essbaren Städten verwandelt werden. Großstädte könnten generell wieder von einem Ring von Gärtnereien und Kleinbauernhöfen umgeben werden, auf denen Gärtner im Zweiterwerb Lokales zu direktem Vor-Ort-Verzehr anbauen. Co-Autor Stefan Schwarzer betreibt in der Lebensgemeinschaft Ökohof Tempelhof selbst einen Permakultur-Garten. Als wissenschaftlich ausgebildete Autoren unterlegen die Verfasser Ute Scheub und Schwarzer die Versuche ihrer Protagonisten  mittels der Forschungsergebnisse von einschlägigen Institutionen wie vom Rodals Institut in Pennsylvanien (USA)  oder vom Schweizer FiBl-Institut. – Das Buch bietet im Anhang eine lange Liste von Vorschlägen, was unmittelbar jetzt getan werden kann, für jeden einzelnen als auch für Politiker. Hübsch ist der abschließende kleine Ausblick von Hans Peter Rusch ins Jahr 2050: in dem die Menschen mehr im Anbau klimaverträgliche Nüsse, Früchte und Staudengemüse verzehren. Parkplätze samt Supermärkten sind in Urban Gardening-Projekte verwandelt worden, da keiner mehr anonyme Lebensmittel einkaufen mochte. Erwerbslose, Flüchtlinge oder Rentnerinnen können sich nun auch in den Städten ihr eigenes Gemüse anbauen…

Ute Scheub, Stefan Schwarzer, Die Humusrevolution – Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen, Oekom Verlag München 2017, 235 Seiten, zahl. Abb., 19,95 €

Gemeinsam Ackern in Allmenden

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Ein sonnendurchfluteter Jugendstilhörsaal mit knarrenden Bänken: Farida Akhter aus Bangladesh singt die Lieder der Kleinbäuerinnen von Nayakrishi Andolon. Edie Stone erzählt vom Verteidigungskampf der Community Gardeners in New York City und Brigitte Vogl-Lukasser aus Wien über die Hausgärten als Wohnzimmer der Mayas. Bauer Christian Hiß berichtet in kaum verständlichem Alemannisch von seinem Gemüsegarten am Kaiserstuhl und Krankenpfleger Wolfgang Eisenberg von seinem Nebenerwerbshof im Wendland. Im Hintergrund erzählen die Fotos von den Internationalen Gärten in Göttingen…

Als im Jahr 2000 in Berlin an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät die Konferenz „Kleinstlandwirtschaft und Gärten in Stadt und Land als weibliche Ökonomie“ stattfand,sollte mit dem Terminus „weibliche Ökonomie“ auf die Zuständigkeit von Frauen für Überlebens- und Krisenwirtschaften hingewiesen werden. Damals ahnte niemand, dass das Thema nur ein Dutzend Jahre später unten dem Label Urban Gardening zu einem Medienhype werden würde. Keine von uns hätte damals gedacht, dass Berlin fünfzehn Jahre später – wohl nur für einen kurzen Moment der Geschichte – zu einer Art europäischer Hauptstadt der Gemeinschaftsgärten avancieren würde.

Zur Jahreswende 2003/2004 wurde als Ergebnis einer Tagung in Berlin-Köpenick die Stiftung Interkultur mit dem Ziel geschaffen, die Gründung „Interkultureller Gärten“ voran zu treiben. Zugleich entstand nach dem Vorbild der 1996 in Göttingen gegründeten ersten „Internationalen Gärten“ ein interkultureller Garten in Berlin-Köpenick. Die deutschen Medien berichteten seit 2009 zunehmend über interkulturelles Gärtnern und städtischen Gemüseanbau. Artikel wie „Kräuter gegen die Krise“ oder „Gurken statt Kapitalismus“ passten zur Tatsache, dass in den USA die Gattin des eben gewählten neuen Präsidenten, Michelle Obama, nach Aufforderung von Slow Food und amerikanischen Community Gardeners in ihrem Hausgarten am Weißen Haus in Washington einen Gemüsegarten einrichtete, in dem sie zusammen mit den Schulkindern der benachbarten Bancroft-Grundschule gärtnert. Als im gleichen Jahr mitten in Berlin-Kreuzberg die Prinzessinnengärten gegründet wurden, war die Zeit jedenfalls reif für ein solches Projekt. Plötzlich interessierten sich alle für das neue Gärtnern in Kisten. Die Prinzessinnengärten wurden über Nacht zum Medienstar… Bals verzeichnete eine Berliner „Gartenkarte“ nahezu hundert neuere Gemeinschaftsgärten bzw. Projekte der urbanen Landwirtschaft im engeren Sinne.

Auch das im April 2011 auf dem Tempelhofer Feld entstandene „Allmende-Kontor“ ist zusammen mit den anderen Gemeinschaftsgärten dort zum absoluten Medienstar geworden, es wird wieder und wieder abgebildet, meistens, ohne das Ross und Reiter  genannt würden. Im Buch „Urban Gardening in Berlin“ (BeBra verlag Berlin 2016) sind die meisten dieser grünen Erzeugnisse von Berliner Bürgerengagement. sozusagen mit vollem Namen sowie Kontakt- resp. Lage-Adresse geannt. Das Allmende-Kontor ließ das verregnete Garten-Jahr mit einem gemeinsamen Kompostworkshop, einem tapferen Smoothiemachen per Rad und einem feierlichen Zeltdachabbauen zu edlem Fruchtpunsch ausklingen…

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Kleinlandwirtschaft als Sozialpolitik

In immer mehr Städten der Welt werden kommunale Landwirtschaftsprogramme aufgelegt. Um die lokale Bevölkerung vor Hunger zu bewahren oder ihr die Möglichkeit zu geben, sich aus eigener Hände Arbeit selbst ernähren zu können. Durch den Verkauf der Überschüsse auf den lokalen Gemüsemärkten tragen die Stadtbauern zur Versorgung der Bewohnerschaft des entsprechenden Quartiers mit frischem Gemüse bei. Positive Beispiele sind Rosario in Argentinien, Quito in Ecuador, Nairobi in Kenia und viele andere mehr, wie eine „Urban Farming Konferenz“  in Berlin im September zu Tage  brachte.

Tatsächlich ist die Förderung von Kleinlandwirtschaft als sozialpolitischer Maßnahme in Zeiten von Dauerkrisen mit geringem Lohnniveau oder hoher Erwerbslosigleit nichts Neues in der Geschichte. Vielmehr hat es die staatliche Förderung von „individueller Hauswirtschaft“ überall im sozialistischen Osteuropa gegeben. Das war u.a. in der ehemaligen DDR der Fall, als die „private Hauswirtschaft“ die LPG-GenossInnen motivierte, auf dem Land und im Dorf zu  bleiben. Heute wählen ländlich geprägte Regionen reihenweise Protestparteien, weil ihnen eine sinnvolle Tätigkeit abhanden gekommen ist. Angesichts dessen, dass die Regionen zudem infolge der Abwanderung der Jugend mit den Menschen die Lebensqualität verlieren, wäre es wohl angebracht, über Landwirtschaftspolitik als Sozialpolitik erneut nachzudenken. Im Deutschlandarchiv, Heft 4, Jahrgang 2005, 607-612 habe ich einen Überblick zur Politik der Kleinlandwirtschaft vor 1989 verfasst.

Meyer-Renschhausen, Elisabeth (2005) Kleinstlandwirtschaft in der Regionalpolitik

Die Stadtbauern von Da Nang

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Da Nang ist eine junge Großstadt in Mittel-Vietnam. Überall sind Baustellen, umzingelt von Heerscharen von Mopeds, mit denen die Bauarbeiter zur Arbeit kommen. Auf Fahrrädern sieht man fast nur noch Kinder und Seniorinnen. Der Stadtteil am offenen Meer mit dem Strand „Chinabeach“ wird gezielt für den Massentourismus ausgebaut. Breite Straßen mit wohlgepflegten grünen Mittelstreifen führen zur Küste, in denen Gärtnerinnen und Gärtner unter ihren großen Kegel-Strohhüten permanent im Einsatz sind. Bauern, die hier bis vor kurzem noch ihre Äcker hatten, mußten hingegen aufhören und die Flächen hergeben. Sie wohnen nun Reihenhaus-Manier in meistens zweistöckigen neuen Betonhäusern nach vietnamesischem Stil. Unten ein großer offener Raum, der als Werkstatt, Laden, Café oder auch als Wohnzimmer genutzt wird. Oben die Schlafzimmer. Da die Grundstücke maximal genutzt werden sollen, spielt sich in den schmalen Wohnstraßen das Familienleben auf den zu Terrassen umfunktionierten Bürgersteigen ab. Überall sind die Gehwege mit Schattenbäumen bepflanzt oder sogar komplett von Pflanzgefäßen oder sogar Hühnerställen okkupiert. Während die einen noch auf ihren Feldern arbeiten, wie sie das als Kleinbauern immer gemacht haben, bauen die anderen auf Brachen oder Bürgersteigen Gemüse an, weil sie demjenigen in den Supermärkten nicht mehr trauen mögen. Zu oft gab es in den letzten Jahren Skandale mit giftigen Rückständen im Supermarktgemüse. Da die Stadt ein massives Abfall-Entsorgungs-Problem hat, liegen viele der säuberlich angelegten Äcker zwischen unschönen Müllbergen. Abends versuchen zumal manche Bewohnerinnen ihren Plastik-Müll zu verbrennen und erzeugen so mir schier unerträgliche Giftwolken. Die Jugend jedoch interessiert sich für ein „weg vom Gift“ hin zu einer gesunder Ernährung. Die älteren Bäuerinnen hingegen freuen sich über mein Interesse und bieten mir ihre Salat-Pflänzchen zum Verkauf an. In den beiden Markthallen von Da Nang wird das Gemüse direkt verkauft oder von geschickten Garköchinnen teilweise auch gleich verkocht. Sie sind umringt von ihren speisenden und schwatzenden Kunden. Denn die exzellente vietnamesische Küche ist bestimmt durch stets frische Gemüse und Salate zur Nudelsuppe oder dem Reis. — Die derzeitige Verkehrspolitik jedoch nimmt auf die Belange der Gemüse- und Reis-Bauern keine Rücksicht. Sie zerschneidet vielmehr die Dörfer und mit ihnen auch die dörfliche Ökonomie samt gegenseitiger Hilfe per ebenerdig hindurch führenden Autobahnen. Das gestattet auch dem gutmütigen Wasserbüffel, einer Art Haus- und Symboltier des ruralen Vietnams, kein selbständiges Überqueren der Straße mehr. Das bisher selbständige Aufspüren neuer Weideflächen am Wegesrand – das ist vorbei…       P1040002 P1040456 P1040056

Landwirtschaft zwecks Ernährung?

KleinbäuerinnenMitEinkommenFotoEMRDieHauptstadtgärtnerAufDerGrünenWocheEMRBodenLebenLassenFotoEMR„W130TreckerInBerlinFotoEMRir haben es satt“ 130 Trecker in Berlin, 20.000 Demonstranten bereits zum siebten Mal: Macht endlich Schluß mit der zerstörerischen Landwirtschaftspolitik, die die Umwelt und ja eigentlich noch nicht einmal nur die Böden, sondern die ganze Erde zerstört! Auf der Grünen Woche in der Halle des Ministeriums für Wirtschaft und Entwicklung ein ganz anders Bild: Die Bedeutung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft als Einkommensquelle und Prävention gegen Migration Richtung Europa wird endlich, nun, da es fast zu spät ist,  anerkannt. Der Entwicklungsminister zeigt sich mit Kleinbäuerinnen und Köchen aus Kenia, Äthiopien oder Burkina Faso. Die kirchlichen Entwicklungshilfe-Organisatonen „Brot für die Welt“ und „Misereor“ treten erstmals auf der Grünen Woche auf. Beide treten für eine Umwelt- und Menschenverträgliche Ernährungsform ein, die den ökologischen Fußabdruck unseres täglichen Brots auf den Level reduziert, der in Afrika (noch) Gang und Gebe ist und die einzige Variante, unsere Erde nicht zu zerstören. Die Autorin gibt zu, dass sie überrascht war, im Maßspiel von „Brot für die Welt“ als sozusagen „low budget“ Verbraucherin eingestuft zu werden, AufKleinemÖkologFussAbdruckLeben3kldie sich im Prinzip mit kaum einem viel größeren ökologischen Fußabdruck ernährt, als die meisten.Menschen des globalen Südens. Kaum Fleisch oder Fisch, kein Fertigfutter, sondern saisonal, regional, fairtrade und bio – das geht in Berlin mit seinen vielen Wochenmärkten, Biobauern und Bioläden leicht.

Urban Gardening, städtische Agrarkultur oder Landwirtschaft war das Thema am Stand nebenan bei der Entwicklungshilfsorganisation Misereor. In den Megastädten des globalen Südens mit ihrer notorischen Arbeitslosigkeit für die meisten der Bewohnerinnen ist der systematische Gemüseanbau „ohne Gift und Geld“ für die Selbstversorgung eine Überlebenshilfe und Notwendigkeit. Noch besser ist es, wenn die Garten-Grundtücke groß genug ist, so daß auch für den Straßen-Verkauf oder den lokalen Gemüsemarkt produziert werden kann: in Belo Horiconte in Brasilien helfen die Gärtnerinnen sich gegenseitig im Rahmen einer Kooperative. Diese Form der „urban agriculture“ bringt so den Einen ein kleines Einkommen und den Anderen auch in Armenvierteln bezahlbares frisches Grün mit dem Aroma des natürlich Gewachsenen und frisch Geernteten auf den Tisch.

Das wunderbare „Green Me Global Festival For Sustainability“ litt leider offenbar an der Terminhäufung: Bisher immer sehr gut besucht, fanden sich in diesem Jahr, GreenMeFestivalFotoEMRklda die meisten Berliner Öko-Aktiven wohl noch auf der Grünen Woche am Sich-vernetzen-waren, unangemessen wenige Besucher ein. Das ist schade, denn auch wenn der Eröffnungsfilm „Bevor the Flood“ von Fischer Stevens, obschon sehr informativ,  etwas traurig und dröge war, waren andere Filme, wie besonders derjenige aus und über Nigeria „Nowhere to run: Nigeria´s Climate and Environmental Crisis“ von Dan McCan, ausgesprochen erhellend und sehenswert. Boko Haram ist eben auch ein Ergebnis des vom globalen Norden verursachten Klimawandels und der rücksichtslosen Agrarpolitik des IWF, der USA oder der Europäischen Union mit den Folgen wie einem ausgetrockneten Taschadsee und einer riesigen Erwerbslosigkeit und also oft auch Aussichtslosigkeit in Stadt und Land, zumal für Jugendliche. Erschreckend wirkte auf die Autorin besonders ein Dokumentarfilm übers Fracking: „Groundswell Rising – Protecting our Childrens Air & Water“ von Renard Cohen. Er zeigt die Bürgerproteste gegen die rücksichtslose Zerstörungen von Trinkwasserquellen und ganzen Landschaften durch das Fracking in den USA, das brutalst Bergtäler oder Dörfer vernichtet, das Grundwasser und so auch Kleinkinder vergiftet. Immerhin konnten die Bürgerproteste im Einzugsgebiet des Delaware River weitere Frackingbohrungen verhindern.

Die Hauptstadtgärtner

DieHauptstadtgaertnerSeit April 2011 sind die Gemeinschafts-Gärten auf dem ehemaligen Flugfeld Tempelhof eine Art neue Verheißung. Sie faszinieren die Besucher aus nah und fern. Die Gäste staunen über die kreativen Kistenbeet-Varianten im Hochbeete-Meer und wie gut Gemüse in Kisten wächst. Wissbegierig fragen sie die Gärtnerinnen und Gärtner aus: Wie funktioniert das hier? Aha, es geht um das „Zurückholen der Allmende“? Das vorliegende Buch erklärt die Idee des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor und welche Gemüse in innerstädtischen Kastenbeeten gut zu kultirvieren sind…
Die Hauptstadtgärtner – Tipps vom Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld (Berlin: Jaron Verlag Februar 2015 12,95)