für Ernährungssouveränität mit Nyeleni

,

,

„Wir wollen auf die Kleinlandwirtschaft als Kampfbegriff nicht verzichten“. Das hörte ich Januar 2018 bei der Projekte-Vorstellung in der Böll-Stiftung nach „Wir haben es satt“-Demo zum ersten Mal. Nun trafen sich 200 meistens junge Kämpfer~innen für das Recht auf Ernährungssouveränität. Gärtnerinnen, Studentinnen, Bäckerinnen und Kleinbauern und andere Food-Aktivisten wieder. Sie luden ein zu einem ersten regionalen Nyeleni-Treffen für deutschsprachige Raum Anfang Dezember 2018 in Freiburg, Schweizer, Österreicher und Südtiroler dabei. – Bäckerin Anke aus dem Hannoverschen war von dem Treffen beeindruckt. Auch wenn es aus ihrer Sicht etwas wenig Verarbeiter dabei waren. Besonders begeisterte sie die Arbeitsgruppe Technik für Agrarökologie von den Freiburger „Agronauten“. Einfache (Acker-)Geräte u.a., deren Baupläne von den Entwicklern ins Internet gestellt werden, die jeder nachbauen und reparieren kann. „Da muss der Bauer nicht erst Ingenieur werden, um seine Geräte reparieren zu können!“ Hier vielmehr geht’s um Technik als open source. In England und Frankreich sind die entsprechenden Gruppen schon gut etabliert. Denn es sei so viel an einfacher Technik verschwunden. Als kürzlich einige Bauern hier wieder Hirse anbauen wollte, mussten sie feststellen, dass in der ganzen Republik keinen mehr gibt, der noch Hirse schälen kann.  Aber es sind kleine Techniken wie Bauern-Bäcker-Mühlen die finanzierbar sind  und die Kreisläufe klein halten. Zu große Anfangsinvestitionen hingegen verunmöglichen kleinere Betrieb neu einzurichten.

Der Kongress begann mit einer öffentlichen Abend-Veranstaltung im Audimax der Freiburger Universität: „Essen. Macht. Glück,“ zur Forderung nach Ernährungssouveränität für die anstehende Transformation. Am zweiten Tag wurde via Exkursionen die vielfältige Agrarszene von Freiburg und Umgebung vorgestellt bis hin zu den Saatguterhaltenden Gärten im Kaiserstuhl. Freiburger Gemeinschaftsgärten arbeiten erfolgreich mit Flüchtlingen… Am nächsten Tag berichteten die teilweise von weither angereisten Tagungsteilnehmer sich begeistert gegenseitig davon.

Am dritten Tag ging es in der Turnhalle und einigen Klassenräumen in einer Waldorfschule „theoretisch“ weiter, d.h. es wurde in Kleingruppen zu unterschiedlichen Themen gearbeitet. Es ging es um Themen wie „Ernährungssouveränität gesetzlich verankern“, „Saatgut als Allmende“  oder den Zusammenhang zwischen Klima und Ernährungsweise. Was können Ernährungsräte für die kleinbäuerliche Landwirtschaft tun? war eine andere Frage etc. etc. Im Hintergrund wurde mit regionalen Produkten vegan gekocht“.  Brot aus Sauerteig, Bärlauchmargarine, Linsen-Pesto und Früchteriegel ohne alle Chemie- und Zucker-Zusätze, ausschließlich aus fair gehandelten, ökologischen Beeren und Datteln.

Die Agronauten organisierten auch eine Arbeitsgruppe „access to land“ und hatten Referentinnen aus mehreren Ländern dazu geladen. Denn Europaweit sind die meisten Bauern über 50 und stehen vor keiner geregelten Hofnachfolge. Die wenigsten kommen von allein darauf, ihren Hof jenen jungen Agrar-Studierenden anzubieten, die keinen Hof erben werden. Dafür braucht es Vermittlergruppen, die sogar anonym arbeiten müssen, damit vor einer ev. anstehenden Hofübergabe die Nachbarn nicht sofort versuchen, das Land zu übernehmen.Meike aus Bern arbeitete über Jahre an einer Erhebung zur Landwirtschaft in Europa. Sie erinnerte daran, dass nicht nur in der ganzen Welt sondern auch in Europa, das meiste Essen von kleinbäuerlichen Höfe stammt, dass in Rumänien 70 % der Höfe unter 5 Ha groß  sind und generell auch in ganz Europa die Durchschnittsgröße der Höfe bei gerade mal 14 Hektar liegt.

Biobauer Wolfgang berichtete von der Landlosenbewegung in Brasilien, die er seit Jahrzehnten unterstützt, die erfolgreich mithilfe der Gesetze über Hunderte von Hektar unter die Hacke nehmen konnten, jedoch durch die neue Regierung wieder gefährdet sind. Meike aus Bern arbeitete über Jahre an einer Erhebung zur Landwirtschaft in Europa. Sie erinnerte daran, dass nicht nur in der ganzen Welt sondern auch in Europa, das meiste Essen von kleinbäuerlichen Höfe stammt, dass in Rumänien 70 % der Höfe unter 5 Hektar haben und generell in ganz Europa die Durchschnittsgröße der Höfe bei gerade mal 14 Hektar liegt…

Weiterlesen in der „Bauernstimme“ Nr.1 /2019, S. 20

und hier: http://nyeleni.de/kongress-fuer-ernaehrungssouveraenitaet/