Das Paradies wird eingemacht

Investoren aus Südostasien haben Papua-Neu Guinea entdeckt. Mit europäischer Hilfe bauen ostasiatische Firmen riesige Thunfisch-Fangflotten auf. Was die Europäischen Parlamentarier in Brüssel sich als freundliche „Entwicklungshilfe“ denken, entpuppt sich vor Ort als Todesurteil für viele Bewohner der Fischerdörfer entlang der Küste. Bisher haben die Menschen hier in kleinen geschlossenen Dorfgemeinschaften gelebt. Es gibt im Land über 800 verschiedene Sprache, man hatte kaum Kontakt über die Dorfgrenzen hinaus. An der Küste bestellen die Frauen die Hausgärten, füttern die freilaufenden Hühner und schwarzen Schweine und klettern auf die Palmen, um Kokosnüsse zu ernten. Die Männer fischen, genauer: fischten. Denn das ist zumindest in Madang an der nördlichern Ostküste nun vorbei. Seitdem die Investoren auch den Hafen von Madang ausbauten, sind die Thunfische weg. Lärm und Ölspuren sowie die übergroßen Fangnetze der räuberischen Investoren zerstörten die natürliche Ressourcen, von der die Menschen dort, wie Oliviers Poullets Gesprächspartner glauben, über 50.000 Jahre friedlich leben konnten. Die Investoren beanspruchen für ihre Dosenfabriken, in denen sie ihre Thunfischfänge einmachen, große Flächen, von denen die ursprünglichen Landbesitzer im „Staatsinteresse“ vertrieben werden. Da es für sie kaum Arbeitsplätze gibt, die zumal in der Thunfischverarbeitung keineswegs hinreichend bezahlt werden, ist das Ergebnis Hunger und Elend. Das Betelkauen nimmt zu. Die Menschen versuchen sich zu wehren und protestieren Tage- und Wochen-lang gegen die Enteignungen, denn das Land gehörte ihnen resp. den Dorfgemeinschaften. Nun aber da der seit Jahren anhaltende Protest gegen die Landenteignungen nicht fruchtet, meinen manche Jugendlichen, nun würde nur noch Gewalt helfen. Das Reisen im Land wird gefährlicher. Auf einen entsprechenden Hinweis des Filmers Olivier Poullet Richtung Brüssel wurde nicht beantwortet.

canning.paradise.protestDer Dokumentar-Film „Canning Paradise“ des französischen Regisseurs ist unbedingt empfehlenswert. Wie überhaupt die ganze Reihe “AlimenTerre 2013“ die das Berliner Lateinamerikazentrum zusammen u.a. mit dem ACUD-Kino in Mitte organisiert hat (Veteranenstraße 21). Morgen wird ein Film zur neuen urbanen Landwirtschaft in Detroit gezeigt, am Freitag einer zur Frage des Landgrabbings, jeweils 19.00.

Link zu Canning Paradise