Schöne Bescherung: TTIP oder wer glaubt noch an den Weihnachtsmann?

 

Schöne Grüße vom Brandenburger Tor

Wieviel gentechnisch-veränderten Mais fraß unsere Weihnachtsgans? Dass die braven Vögel gentechnisch veränderte Körner bekommen, könnten künftig möglicherweise als sicher gelten. Denn EU und USA verhandeln im Geheimen über ein neues transatlantisches Handelsabkommen namens TTIP (Transaltlantic Trade and Investment Partnership). Pressevertreter bekommen keinen Zugang zu den Verhandlungsrunden, die Parlamentarier werden kaum informiert. Die Voraussetzung für Demokratie ist Transparenz und Offenheit. Wer nichts zu verbergen hat, verhandelt nicht im Geheimen. Im Mittelpunkt jeglicher Verhandlungen mit den USA sollten seitens des „alten Europas“ zunächst die hiesigen höheren Umweltstandarts und unser Sinn für Ernährungsqualität stehen, bevor die EU sich für das Fallenlassen weiterer Handelsschranken einsetzt. Haben den die USA nicht bereits über ein Drittel ihrer Ackerböden unwiederbringlich verwüstet? Muten die USA ihren Bürgern nicht seit Jahrzehnten ungefragt gentechnisch veränderte Lebensmittel zu? Trägt die Politik der USA nicht im besonderen Maße zum Klimawandel bei, der etwa in Ostafrika die Regenfälle versiegen läßt und damit die dortigen Bauern in den Hunger treibt? Mit dem TTIP besteht die Gefahr, dass die Bürger reinweg ausschließlich zu Stopfgänsen degradiert werden sollen, die als „Konsumenten“, erst zahlen und dann alles schlucken sollen, was ihnen so vorgesetzt wird. Solange die TTIP-Verhandlungen im Geheimen geschehen, muß leider befürchtet werden, dass sie darauf zielen, die Bürger als Verbraucher zu entmündigen. Das TTIP wäre daher als eine Neuauflage des vor 15 Jahren angebahnten, dank Bürgerengagement im EU-Parlament abgelehnten MAI (Multilateral Agreement on Investment) Abkommen zu betrachten.

mehr dazu von Lori Wallach, TAFTA – die große Unterwerfung, in: Le Monde diplomatique November 2013