3. Berliner GartenaktivistInnentreffen

 

Am gestrigen Sonnabend den 15.2.2014 fand ganztätig das dritte Gartenarbeitstreffen in Berlin statt. Hervorgegangen aus den Treffen der AG Kleinstlandwirtschaft seit 1998. Die Stimmung dieses Gartenaktivistentreffen war gut, es wurde intensiv in Kleingruppen gearbeitet. In diesem Jahr was das Berliner Gartenaktivistentreffen zusammen gelegt mit der Runden Tisch des DBU-Projekts „Urban Gardening“ u.a. zusammen mit der Humboldt-Universität. Ergebnis: Einrichtung eines sich vierteljährlichen Treffens aller am Prozeß des urbanen Gärtnerns / der „urban agriculture“ Beteiligten in Berlin, insbesondere aber nicht ausschließlich der ehrenamtlich in diesem Feld Arbeitenden. Ergebnis: Nächstes Treffen wird voraussichtlich in der Kleingartenkolonie am Stadt Volkspark 1 am Samstag den 17.5.2014, 14.00 bis 17.00 stattfinden (Nähe Schöneberger Rathaus). Hauptthema wird die Frage der Flächensicherung im inneren S-Bahnring sein. Die Versammlung war sich einig, daß unbedingt vermieden werden muß, daß es Investoren, Politik und Verwaltung gelingt, Gemeinschaftsgärten gegen Kleingärten auszuspielen. Auf das Reden von „produktiven Stadtlandschaften“ dürfen wir nicht hereinfallen, wenn es sich defacto eine Beschönigung des Verdrängens des wohnungsnahen Grüns handelt. Vergessen wir nicht den Artikel in der „Welt“ im Herbst 2012, wo unter dem Titel „Favelas des Mittelstandes“ die Geld- und Bauindustrie alle innerstädtischen Brachen für sich beanspruchte, einschließlich der Flächen der letzten innerstädtischen Kleingartenkolonien. Es war ein unverhohlener Angriff auf die Menschen Berlins. Dieser Artikel wurde zweifelsohne lanciert von der Bauindustrie resp. den dahinter stehenden Banken. Das Landgrabbing ist leider eine Realität in Stadt und Land, im globalen Süden sowie im Norden. In Berlin gibt es genügend seit Jahren und Jahrzehnten leerstehende Bürogebäude, Postämter, Schulen, Fabriken und leere Schuttgrundstücke, die erst einmal bebaut und instand gesetzt werden könnten, bevor man den Menschen ihr wohnungsnahes Grün und ihre Erholungsflächen entzieht.

mehr siehe www.stadtacker.net

außerdem gibt es einen neuen Film von Holger Lauinger zum Thema wie dem preistreibenden Leerstand von Häusern und Wohnungen entgegenzutreten

 

© Elisabeth Meyer-Renschhausen