Wandern im Oderbruch

Wandern mit Hartwig, Cassen, Gisela & Co. durch den Oderbruch. Schönes Wetter, Schneeglöckchen und Krokusse blühen am Wegesrand. An der hier südlich von Criewen vielfältig verzweigten Oder und auf dem Deich geradezu ein Getümmel: alle sind da, zu fuß, per Rad, als Inlineskater oder mit E-bikes. Besonders die Einheimischen scheinen ihre schöne Landschaft zu genießen, viele Männner haben dicke Ferngläser vor der Brust baumeln. In der Luft die Wildgänse, Singschwäne und Kraniche, auf dem Fluß ein Lastkan aus Breslau. Der Wermutstropfen: an der Straße dorthin, da wo wir noch relativ alleine gingen:  Motorsägen. Die beiden Arbeiter grüßen nicht, sie sägen eine dicke Hecke ab. Ihr Auftraggeber, der Landwirt  bzw. „Investor“ will offenbar auch noch den Wegesrain beackern. Zweifelsohne illegal. Die Arbeiter haben die Nummernschilder von ihrem Fahrzeug abmontiert. Mit dem bei der Gelegenheit geernten Holz wollen sie offenbar ihren Lohn aufbessern. Vergreift sich ihr Auftraggeber an einer Allmende? Wo sollen die Vögel künftig nisten? Was hält den Wind auf, die Ackerkrume davon zu blasen? Und müssen die Wanderer demnächst durch öde, heckenlose Landschaften stapfen?

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