Die neue Bodenfrage: Grünflächen ?!

Um den Klimawandel zu dämpfen, müssen vor allem in den Städten Grünflächen, Gärten, Wald und Parks grundsätzlich erhalten bleiben. Das Land Berlin hat ein entsprechendes Abkommen in seinen Koalitionsvertrag geschrieben. Kein Kleingarten oder Park soll einem Bauvorhaben geopfert werden. Angesichts des Dürrejahrs 2018 mit seinen vielen Waldbränden und unerträglicher Hitze in den Städten, dem ein ähnliches Dürrejahr 2019 folgen könnte, ist das nur konsequent. Nur eine weltweite Wiederbewaldung und eine Politik des konsequenten Naturbodenerhalts kann den Klimawandel noch so verlangsamen, dass auch die nächsten Generationen auf diesem Planeten werden leben können. Es darf kein Boden mehr versiegelt werden, vielmehr müssen nicht mehr benötigte Fläche von den Investoren, Grundstückinhabern und Fabriken selbst wieder entsiegelt werden, um bewaldet, beackert oder beweidet werden zu können.

Die derzeitige Debatte in Berlin um die Wohnungsnot, wofür es angeblich nötig wäre, diese Koalitionsvereinbarung aufzuheben, geht an den Realitäten vorbei. Der Wohnungsnotstand ist ein Erfolg der internationalen Finanzpolitik. Das viel zu viele virtuelle Geld, dass sich in immer größerer Schieflage bei einigen Wenigen ansiedelt, sucht nach Anlagemöglichkeiten. Erst wenn dieses Buchgeld zu „real estates“ – wie es im Englischen so hübsch heißt, auf deutsch könnte man frei übersetzten in „Reales“ – verwandelt ist, ist es vor der nächsten Krise gerettet. Infolge der Finanzpolitik stehen auch überall Wohnungen leer, weil die begüterten Bürger aus Krisenländern wie verängstige Südeuropäer Wohnungen kaufen, um sich vor dem nächsten Finanzcrash zu bewahren. In Berlin und anderen Großstädten wurden zudem massenweise Wohnhäuser in Hotels oder Hotels verwandelt. Und last but not least gehen die Investoren den gewaltigen Leerstand, den wir in der Stadt und allen Städten haben nicht an, sondern wollen unbedingt neu bauen, statt umzubauen. Beispielsweise wäre da in Berlin das leerstehende Flughafengebäude auf dem Tempelhofer Feld. Es steht größtenteils leer. Teile davon sind durchaus geeignet relativ rasch in Wohnungen umgewandelt werden zu können. Die südseitige Fläche, wo die Flugzeuge früher parkten, wäre gut geeignet, dort Container für Flüchtlinge aufzustellen, statt auf die Rasenfläche, wo sie zum großen Leidwesen der Betroffenen nach kurzer Zeit wieder abgebaut werden müssen. Eine derartige langweilige Fläche unter Denkmalschutz zu stellen ist  inhuman. Bebauen müssen wir die versiegelten Flächen, all´ die vielen nieausgelasteten Parkplätze und Parkhochhäuser, die leer stehenden Bürogebäude überall, nicht jedoch noch offene Grünflächen. Es ist im übrigen gerade auch das Neubauen, das die Preise für Wohnungen in unbezahlbare Höhen treibt! Stattdessen ist angesagt, Fehlinvestitionen umzubauen, wie z.B. das ewig leerstehende Parkhaus auf dem Gleisdreieck, das fünf mal so groß wie die anvisierten Flächen für Gemeinschaftsgärten dort über ein Dutzend von Jahren leer stehen durfte. Ähnlich könnte man in der ganzen Stadt den Gebäudeleerstand angehen.

diese Zusammenhänge habe ich ausführlicher erläutert u.a. hier:

http://www.taz.de/Debatte-Wohnungsnot/!5276783/